Psyche

Für viele Betroffene ist die LS-Diagnose nicht nur mit körperlichen, sondern vielmehr auch mit seelischen Schmerzen verbunden. Einschränkungen im Alltag und der Sexualität führen zu teilweise grossen psychischen Herausforderungen. Offensichtliche Veränderungen der VULVA oder des PENIS belasten das Selbstwertgefühl vieler Betroffener. Häufig erschweren das eigene Schamgefühl und ungenügendes Wissen/Verständnis der Mitmenschen das Sprechen über die Krankheit und das intime Thema. Der Austausch mit anderen LS-Erkrankten, Rat und Zuspruch können dabei helfen Erleichterung zu finden.

Während, dank einer konsequenten Therapie, viel Pflegen, Dehnen oder einer Operation eine beschwerde- und schmerzfreie Sexualität für viele Betroffene grundsätzlich und theoretisch wieder möglich ist, belastet diese nicht selten die Tatsache, dass ihre Weiblichkeit, resp. ihre Männlichkeit durch die Diagnose und die Krankheit tiefgreifend verletzt und verwundet wurde. Kommt die bei vielen Betroffenen vorhandene latente Angst hinzu vor weiteren Schüben oder erneutem Einreissen. Der sexuelle Akt bleibt auf psychologischer Ebene "belastet".

Nach der Diagnose eine neue Beziehung zu beginnen ist für Betroffene nicht leicht (wie und wann sage ich es dem neuen Partner?), aber verkompliziert auch das Leben eines neuen Partners. Und in langjährigen Beziehungen kommt es wegen der Krankheit nicht selten zu Problemen, leider auch zu Trennungen und Scheidungen, wenn ein Paar oder einer der Partner keinen konstruktiven Weg findet oder sucht, um mit der Krankheit und deren Eingreifen in die Paarsexualität klar zu kommen und umzugehen.

  • Was beschäftigt Betroffene, die mit einer Krankheit wie Lichen sclerosus, Lichen planus oder einer Vulvodynie, oder auch mit den Folgen einer Unterleibsoperation oder gar Unterleibskrebs leben müssen?
  • Wie können sich Betroffene in Bezug auf das eigene (verwundete) Geschlecht und die eigene Sexualität positiv(er) einstellen, wie versöhnen mit der Krankheit, wie Wege aus der Angst und Frustration finden?
  • Was passiert auf der psychologischen Ebene bei den Lebens- und SexualPARTNERN, als sozusagen unfreiwillige "Mitbetroffene"?
  • Gibt es Strategien und Lösungsansätze für die Partnerschaft?

Zu diesen Themen Fragen/Erfahrungen haben wir Rückmeldungen von Betroffenen gesammelt und durch Experten kommentieren lassen, wir stellen sie im Passwortbereich zur Verfügung.

Die Austauschgruppen unseres Vereins sowie entsprechende Themenworkshops können Betroffenen helfen, in Punkto Psychologie und Sexualität alles besser einzuordnen, den Weg zu einer positiven Einstellung zum eigenen Körper und zur Sexualität (wieder) zu finden. Der Verein bietet im passwortgeschützten Bereich ein Forum und Erfahrungsberichte zu den Themen Diagnoseverarbeitung und Sexualität an.

Einige Betroffene benötigen zusätzliche, individuelle und professionelle psychologische Hilfe einer ausgebildeten Fachperson, um klar zu kommen.