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Verein Lichen Sclerosus
CH-4310 Rheinfelden
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Letztes Update / Last update 11.11.2019


Harnröhrenausgangs- und Blasenbeschwerden in Zusammenhang mit LS ?

Etliche LS-Betroffene berichten über wiederkehrende Blasenbeschwerden, Brennen am Harnröhrenausgang, Schmerzen ähnlich wie bei einer akuten Blasenentzündung (bakterielle Blasenentzündung (mit Nachweis von Bakterien im Urin) oder einer abakteriellen Entzündung, auch insterstitielle Blasenentzündung genannt (ohne Nachweis von Bakterien im Urin), vermehrtem Harndrang, Harnverhalt, Streuharn. Solche Beschwerden oder Veränderungen können, müssen aber nicht unbedingt in Zusammenhang stehen mit dem LS.

Der Blasenausgang gehört bei den Frauen zum Bereich der Vulva, also dem äusseren Genitalbereich (siehe anatomische Skizze unter "Anatomie"). Ist eine Frau von der Autoimmunkrankheit LS betroffen, kann sie durchaus anfälliger sein für Infekte und zusätzliche Probleme, weil sie eine geschwächte Abwehr und eine sehr empfindliche Vulvahaut hat. Trink- und Essverhalten können sich auch auf die Blasentätigkeit und das Wohlbefinden im Bereich der Blase auswirken (z.B. scharfe Speisen, zu viel Kaffee, Alkohol (Säure)), und es kann auch durch die Reibung beim Geschlechtsverkehr zu vermehrten Blaseninfekten kommen. Auch die individuelle Anatomie einer Patientin, der Tonus ihres Beckenbodens, ihr Sitzverhalten auf der Toilette sind zu überprüfen, denn solche können sich ebenfalls niederschlagen in Blasenbeschwerden.

Klar ist, dass der Lichen Sclerosus direkt auch den Harnröhrenausgang befallen kann. Wenn das der Fall ist, merkt das die Patientin meistens aufgrund der Beschwerden. Auch hier sollte dann nach den Behandlungsleitlinien mit Kortisonsalben und viel Fettpflege behandelt werden. Auch Oestrogensalben am Harnröhrenausgang (wo die Haut im Gegensatz zur sonstigen Vulva-Haut effektiv Oestrogenrezeptoren besitzt), können mithelfen, diese Art von Beschwerden zu verringern.

Treten keine Beschwerden im Blasen- und Harnröhrenbereich auf, braucht es da auch keine vorsorgliche Behandlung. Bevor eine Behandlung an der Harnröhre von aussen oder auch invasiv durchgeführt wird, sollte zuvor z.B. eine urodynamische Untersuchung oder Blasenspiegelung zur Diagnostik durchgeführt werden. Jegliche invasive Eingriffe zur Untersuchung wie auch Behandlung - vor allem in mehrfacher Durchführung - stellen ein erhöhtes Infektionsrisiko dar.

Der Verein bietet periodisch und regional einen sehr interessanten Workshop an zum Thema "Rund um die Blase". Registrierte Mitglieder haben auch die Möglichkeit, sich per Hotline (kostenpflichtig) individuell zu Blasenbeschwerden beraten zu lassen.

Eingehendere Details ersehen Sie bitte im Dokument  Blasenbeschwerden in Zusammehang mit LS (oder losgelöst davon) (Download pdf)

2017 wurde eine erste Publikation in Zusammenarbeit mit dem Verein zum Thema Blasenbeschwerden veröffentlicht (es werden weitere folgen, aber dafür braucht es noch eine grössere Patientenbasis). Eine deutsche Kurzfassung der englischen Publikation findet sich im Anhang des oben genannten Dokuments.

Originalfassung Englisch:
Vulvar lichen sclerosus in women is associated with lower urinary tract symptoms. Christmann-Schmid C., Hediger M., Gröger S., Krebs J., Günthert A.R. & in cooperation with the Verein Lichen sclerosus. Int Urogynecol J, DOI 10.1007, accepted April 2017  (Download PDF)